Arbeitsgemeinschaft Pesso-Therapie

Symposien der Pesso-AG und andere Veranstaltungen

▸  Pesso-Symposium 2019, Berlin

»Lebenswelten«

Unter dem Motto »Lebenswelten« fand jetzt das vierte Pesso-Symposium in Berlin-Charlottenburg statt. Rund 60 Therapeuten und weitere Gäste lauschten morgens den Vorträgen und verteilten sich nachmittags auf die fünf Workshops. Für viele ist das Symposium mittlerweile eine Gelegenheit geworden, um den Kontakt zu den Kolleginnen aufzufrischen, die man schon seit der Ausbildung kennt.

Die Vorträge hielten dieses Jahr Jürgen Kriz, Emeritus für Psychotherapie und Klinische Psychologie (»Pesso-Therapie und die Lebenswelt des Subjekts«) sowie PBSP-Trainer und -Supervisor Leonhard Schrenker (»Können Paarbeziehungen alte Wunden heilen?«). Außerdem stellte die Ärztliche Psychotherapeutin Uta Noichl ihr Büchlein »Pesso für alle!« vor, mit dem sie sich – zusammen mit Sohn Maximilian und Illustratorin Veronika Szücs – gezielt an Klientinnen wendet.

Jürgen Kriz spannte den Bogen von den »evolutionären Prästrukuturen in der Begegnung mit der Welt« über die Biosemiotik bis hin zu den Grundbedürfnissen nach Pesso als Voraussetzungen für eine gute Entwicklung. Er kritisierte vor allem die Trennung zwischen Erste- und Dritte-Person-Perspektive, zwischen Leben und Erleben. Diese seien komplementär aufeinander bezogen, da ja die Kultur ein Verstehen erst ermögliche. Kriz: »Erst mit den Metaphern meiner Kultur und meiner Geschichte kann ich meine Gefühle deuten.«

Auch in der Therapie »davon« statt »darüber« reden

Würden daraus aber zwei unterschiedliche Weltzugänge, sei das für die Psychotherapie ein großes Problem, denn das biografische Embodiment stehe dann im Gegensatz zur Welterschließung durch Sprache und Sinn. Doch der Befund gehöre zur Befindlichkeit, ein festgestellter Bedarf zu einem Bedürfnis. Wenn Menschen zu ihrem inneren Erleben nur Pseudo-Kontakt durch »objektive Sprache« aufnähmen, komme es zu einem »Darüber«-Reden. Kriz: »Es muss aber »davon« geredet werden». Hier biete die Pesso-Therapie die Möglichkeit, immer wieder die Perspektive zu wechseln und vom Erleben ins Betrachten zu kommen und umgekehrt.

Leonhard Schrenker übernahm den praktischen Teil des Vormittags und erzählte aus seiner langjährigen Erfahrung als Begleiter von Paar-Strukturen. Natürlich hatte er für die Anwesenden auch Tips für ihre eigene Arbeit mit Paaren. So sei schon der Beginn der Struktur ein Hinweis darauf, welche Geschichten die Menschen mitbringen: Welchen Platz wählen sie, wie setzen sie sich hin, wo platzieren sie den Therapeuten...

Verletzungen in der Kindheit sorgen für »Aufladung« des Partners

Schrenker stellte den Bezug her zwischen den jeweiligen Verletzungen in der Kindheit und der »Aufladung« des Partners mit unerfüllten Bedürfnissen. »Da reagiert das Stammhirn», so Schrenker. »Wir greifen auf unsere innere Datenbank zurück, wenn wir verletzt sind, unsere subjektive Lebenswelt.« Dies zeige die Dramatik im Erleben des Kindes von damals: Es war den Emotionen völlig hilflos ausgeliefert.

Deshalb baut Schrenker immer Übungen zur Möglichkeitssphäre (nach Pesso) ein. Denn ob Wut, Trauer oder auch Freude gezeigt werden könnten, zeige ebenfalls, wie mit diesen Gefühlen in der Kindheit umgegangen wurde. Ein Hauptgrund von Blockaden sei nach seiner Erfahrung die Angst, von Gefühlen überflutet zu werden, wenn sie denn einmal zugelassen würden. Umso wichtiger sei neben dem »Zeugen« deshalb die Kontakt- oder Schutzfigur, die es damals nicht gegeben hat.

In den Workshops am Nachmittag ging es um die Möglichkeitssphäre und wie die Therapeutin sie herstellen kann, um die Transformation von Schamgefühlen, um die Behandlung der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, um Geburtskomplikationen und die Folgen für unser Leben sowie um das Erstellen eines Genogramms als Möglichkeit, die »Holes in Roles« zu verbildlichen. Der Tag klang dann gemütlich bei einem Abendessen aus.

▸  Pesso-Symposium 2018, Osnabrück
Flyer zum Pesso-Symposium 2018
Flyer zum 3. Pesso-Symposium als PDF

»Traumatisierte sollten korrigierende
emotionale Erfahrungen machen«

»Trauma« war das Thema des dritten Pesso-Symposiums, das am 23. Juni 2018 in Osnabrück stattfand. Es ging um den Körper in der Psychotherapie und die korrigierende emotionale Erfahrung in PBSP®.

Hauptreferent war Bessel van der Kolk, Traumaforscher und -therapeut und Medizinischer Direktor des Trauma Center in Boston. Kolk hatte in den 90ern mit Albert Pesso zusammengearbeitet und wendet die Pesso-Methode bis heute in seinen Gruppentherapien an. Daneben sprachen Leonhard Schrenker, Pesso-Therapeut aus München, und Anselm Schneider (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ), der 2009 zusammen mit Pesso im Auftrag der Bundesregierung mit Opfern des Krieges im Kongo gearbeitet hatte.

Van der Kolk leitete auch einen der sechs Workshops an, die in die Pesso-Methode einführten. Er sprach vom »Arbeiten im dreidimensionalen Raum«, das sich ihm durch die Begegnung mit Pesso eröffnet habe. Durch die Einbeziehung der körperlichen Dimension werde plötzlich ein Raum geöffnet, den reine Gesprächstherapie so nicht erschließen könne – das Trauma, das Nonverbale, sei in der rechten Hirnhälfte verortet, das Sprechen aber links. Hier könnten Methoden wie die Pesso-Therapie oder auch das Psychodrama helfen, die blockierte Vorstellungskraft von Klienten wieder zu beleben und der Erstarrung im Trauma etwas entgegenzusetzen.

Psychotherapie sei mittlerweile »sehr erfolgreich« darin, Geschehenes wieder abzurufen, also über das Trauma zu sprechen, meinte van der Kolk. Sie sei jedoch »noch nicht gut« darin, das spüren zu lassen, was nicht geschehen sei, also den Mangel auszugleichen. Van der Kolk: »Traumatisierte sollten korrigierende emotionale Erfahrungen machen können«. Dazu sei die Pesso-Methode sehr gut geeignet, weil sie durch die Strukturarbeit »die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort« erschaffe.

Diese Arbeit in kleinen Ausschnitten zu zeigen, darum ging es vor allem in den anschließenden Workshops. »Die Leere füllen« lautete etwa das Motto von Monique Cuppen, Pesso-Ausbilderin aus den Niederlanden. Leonhard Schrenker und Michael Bachg gaben Einblicke in die Möglichkeiten einer Einzeltherapie, Astrid Meck zeigte Beispiele aus dem PBSP® im Coaching von Führungskräften.

Ein Teil der Vorträge und Workshops kann im Auditorium Verlag erworben werden:

▸  Pesso-Symposium 2017, München

2. Pesso-Memorial in München, 07.07.2017

Mit ihrem zweiten Symposium gedachte die Arbeitsgemeinschaft für Pesso-Therapie München dem Tod des Gründers, Albert Pesso, im Jahr 2016. Der Gedenktag stand unter dem Motto »Die Energie des Körpers entdecken, ausdrücken, verstehen, heilend nutzen«. Der Tag wurde gestaltet durch Vorträge und Workshops, abends fand eine kleine Tanzparty statt.

Programm zum Download

▸  Pesso-Symposium 2016, München
Pesso-Gedenktag 2016
"Goodbye Al and Diane" – das Abschlussbild des Gedenktages

1. Gedenktag und Symposium am 01.07.2016 in München

Nur zwei Monate nach dem Tod seiner geliebten Frau Diane Boyden-Pesso ist Albert Pesso am 19. Mai 2016 in Boston verstorben. Nach monatelanger Krankheit hatte er im April seine Arbeit als Therapeut aufgegeben. Die beiden Gründer der Pesso-Methode hinterlassen drei Töchter.

Die Arbeitsgemeinschaft für Pesso-Therapie lud aus diesem Anlass am 1. Juli 2016 zu einem wissenschaftlichen Symposium mit Gedenktag in die Räume des Centrums für Integrative Psychotherapie (CIP) in München ein. Das CIP ist eine der Weiterbildungsstätten für die Pesso-Therapie. Rund 70 TherapeutInnen waren gekommen, um "Al und Diane" zu würdigen, davon viele aus den ersten Stunden dieser Therapieform in Deutschland.

Der ehemalige CIP-Akademie-Leiter und -Gründer Serge Sulz sprach über die Bedeutung von PBSP für die Psychotherapie allgemein. Sulz, selbst begeisterter Pesso-Therapeut, berichtete, dass auch bei den VT- und TP-Ausbildungen am CIP immer mehr Pesso-Elemente mit aufgenommen würden.

Michael Bachg, der mit "Feeling Seen" die Pesso-Methode speziell für Kinder und Jugendliche adaptiert hat, fand bewegende Worte für das Wirken der Pessos. Bachg betreibt ein Pesso-Ausbildungsinstitut in Osnabrück. Wie Serge Sulz hatte er Videos dabei, in denen die beiden Gründer der Pesso-Methode zu Wort kommen. Auch eine Demonstration von Feeling Seen war zu sehen.

Mit Barbara Fischer-Bartelmann sprach dann eine weitere Pesso-Therapeutin der ersten Stunde über die Geschichte dieser Therapieform. Fischer-Bartelmann ist ebenfalls PBSP-Ausbilderin und bisher verantwortlich für die Trainings in Heidelberg und Prag. Auf ihrer Website finden sich ebenso wie hier auf pesso-therapie.de zahlreiche ihrer fundierten Texte. Den Reigen der Vortragenden beschloss Leonhard Schrenker, Ausbilder in München und Buchautor. Er betonte nochmals den Ursprung der Pesso-Therapie als Gruppentherapie und machte dies an einer Fallgeschichte deutlich.


Begrüßung Michael Bachg
Vortrag Serge Sulz
Vortrag Leonhard Schrenker
Vortrag Barbara Fischer-Bartelmann (externer Link)


• Weitere Informationen sind auf Pessos Website pbsp.com/news zu lesen. Dort finden sich auch Links zu den Online-Kondolenzlisten für die beiden Pessos.

• Auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie ist außerdem ein Nachruf von Jürgen Kriz zu lesen: www.aghpt.de.

• Ebenfalls sind in der Zeitschrift „Psychoanalyse und Körper“ (Nr. 30, 16. Jg. 2017, Heft 1) zwei kurze Nachrufe auf Al Pesso erschienen: von Tilmann Moser und Dr. Günther Weier, letzterer selbst Pesso-Therapeut in Berlin.

Der Pesso-Gedenktag soll kein Einzelereignis bleiben. Die vier Vortragenden, die gleichzeitig die Initiatoren sind, haben schon den 7. Juli 2017 für einen zweiten Gedenktag im Auge.

 

Ein Teil der Anwesenden fand sich am Schluss der Veranstaltung zum Gruppenfoto zusammen.

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