Arbeitsgemeinschaft Pesso-Therapie

Was ist Pesso-Therapie?

Foto Al PessoQuelle: pbsp.com

Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP®) wurde als körperorientierte Form der Gruppentherapie von Albert Pesso und Diana Boyden-Pesso Anfang der 60er Jahre in den USA entwickelt. Ursprünglich waren beide professionelle TänzerInnen und TrainerInnen für modernen Ausdruckstanz. Später hat Al Pesso die PBSP auch für das Setting der Einzeltherapie adaptiert. Ausführliche Informationen dazu finden sich für englischsprachige Leser auf seiner Homepage unter: www.pbsp.com.

Eingebürgert hat sich dafür in Deutschland (auch bedingt durch die Veröffentlichungen von Tilman Moser) als Kurzform der Name »Pesso-Therapie«, deren Schwerpunkt in der Arbeit mit Gruppen liegt. Sie ist inzwischen als psychotherapeutische Behandlungsmethode in vielen Ländern verbreitet. Albert Pesso hat dieses Konzept mittlerweile um den Aspekt der Mehrgenerationenperspektive (»Holes in Roles«) in der Entstehung von Störungen erweitert und das Verfahren zusätzlich an das Setting der Einzeltherapie adaptiert.

Als wachstumsorientierte Therapieform geht sie von dem Modell aus, dass jeder Mensch in sich ein tiefes Wissen trägt um das, was er für seine optimale Entwicklung und Entfaltung im interaktionellen Kontakt braucht. Hierzu gehören ganz wesentlich unsere Grund(Entwicklungs-)bedürfnisse nach

  • Platz
  • Nahrung
  • Schutz
  • Unterstützung
  • Begrenzung

Werden diese Grundbedürfnisse in unserer frühen Entwicklung in ausreichender Weise befriedigt (sie finden eine »Passform«), so erfahren wir sie und ihren Ausdruck als legitimen und selbstverständlichen Teil unseres Seins. Wir lernen dadurch auch in unserem späteren Leben gut für uns zu sorgen und unsere Beziehungen in befriedigender Weise zu gestalten.

Überwiegen in unserer frühen Lerngeschichte jedoch negative Erfahrungen (es gab keine Passform für unsere Bedürfnisse in für uns ausreichender Weise, sondern eher inadäquate oder sogar grenzüberschreitende, uns schädigende Interaktionen), dann entstehen daraus tiefe Gefühle von Frustration, Resignation, Angst und/oder Aggression.

Wir verinnerlichen die Grundüberzeugung, dass diese Bedürfnisse nicht in Ordnung sind – bis hin zur Abspaltung der damit verbundenen Gefühle – und verhindern oft deren Befriedigung durch unsere eigene negative innere Erwartungshaltung. Unsere Wahrnehmung ist geradezu sensibilisiert für Signale einer möglichen Ablehnung, auf die wir meist weitaus stärker reagieren als auf positive Signale, die die Möglichkeit der Befriedigung in sich bergen. Zugleich spüren wir in uns aber auch den Schmerz einer tiefen ungestillten Sehnsucht.

Die Pesso-Therapie geht davon aus, dass wir diese negativen Vorerfahrungen nicht löschen können, es aber möglich ist, sie durch szenische Reinszenierung (zurückprojiziert in die Zeit von damals) mit Rollenspielern der Gruppe mit Unterstützung von schützenden, haltenden und unterstützenden Figuren in befriedigender Weise emotional neu zu verarbeiten und anschließend durch heilende Gegenerfahrungen (Antidot) zu ergänzen. Dies geschieht auf symbolischer Ebene im im Rahmen einer »Struktur« (der Begriff für die therapeutische Arbeit des Einzelnen in der Gruppe, die in der Regel 50 Min. dauert).

Wenn Sie wissen wollen, wie Pesso-Therapie in der Praxis konkret abläuft, führen Sie folgende Links weiter: